Wie vergesse ich ihn? 7 katastrophale Lügen, mit denen du niemals loslassen wirst

»Ich hasse es so sehr und gleichzeitig bin ich so traurig. Ich kann meinen Ex nicht vergessen. Ständig schwirrt er mir im Kopf herum. Besonders dann, wenn ich einsam bin. Wie vergesse ich ihn nur? Wie kann ich meinen Ex hinter mir lassen und wieder glücklich sein?«

Matilda. Irgendwo angesiedelt zwischen verbittert und verzweifelt.

Seit einiger Zeit war eine strenge Falte zwischen ihren Augenbrauen sichtbar geworden. Wenn sie nicht gerade ihre Stirn runzelte, weil sie so unfassbar traurig war.

Als Matilda zu mir kam, war sie seit einiger Zeit mit Jonathan auseinander. Jonathan war für einige Monate ihre intensive Liebschaft gewesen. Es war heiß. Leidenschaftlich. Liebevoll. Und tragisch.

Als ich irgendwann auf meinem Handy die tödlichen Worte »Mein Freund hat mich verlassen« bekam, war ich nicht sonderlich überrascht. Doch trotzdem tat es mir Leid für Matilda.

Und als es ihr auch  einige Wochen später nicht besser ging, kam die entscheidende Frage:

Wie vergesse ich ihn nur? Wie kann ich meinen Ex loslassen?

»Timo ich kann meinen Ex nicht vergessen. Was soll ich nur tun?«

»Okay Matilda, kurze Bestandsaufnahme: Wie fühlst du dich gerade?«

»Hin- und hergerissen. Mal geht es mir besser und ich habe schon einen ganz guten Tag.

Doch dann erinnert mich irgendwas an ihn. Ein Lied, eine witzige Situation oder auch nur ein Bild, das plötzlich in meinen Kopf schießt. Und dann geht es mir plötzlich wieder so richtig scheiße.«

»Okay. Und wo genau möchtest Du hin?«

»Ich will mich wieder richtig gut fühlen. Ich will meinen Ex loslassen. Ich will nie wieder an ihn denken müssen und mich voll ins neue Leben reinstürzen.

Ich will mich wieder neu verlieben und das Gefühl haben, dass alles gut ist. Ich will mich wieder leicht, beschwingt und glücklich fühlen.«

»Wunderbar, damit können wir sehr gut arbeiten. Ich kenne dich jetzt ja schon ein bisschen länger Matilda. Und ich habe auch Jonathan kennengelernt.

Ich hab mich natürlich wieder wie besessen auf unser Gespräch vorbereitet. Ich habe mich mal mit Stift und Papier hingesetzt und mir meine Gedanken über dich gemacht. Und dabei sind mir sieben fette Lügen aufgefallen, denen du wahrscheinlich erlegen bist.«

»Ich halte mich eigentlich für ziemlich vernünftig«

»Ja, wir halten uns immer für extrem vernünftig. Wir glauben die Dinge, die wir glauben und das meistens aus einem sehr guten Grund.

Doch wenn wir sie uns genauer anschauen, sind schmerzende Überzeugungen meistens völliger Blödsinn.

Also Matilda: Bist du bereit, dein Denken zu demontieren?«

»So bereit wie noch nie. Ich will den Mistkerl endlich vergessen.«

»Dann lass uns loslegen.«

Lüge 1: ich muss meinen Ex vergessen

»Was versprichst du dir davon, wenn du deinem Ex vergisst?«

»Dann bin ich glücklich und losgelöster.«

»Okay, du musst also damit du glücklich und losgelöst bist, deinen Ex vergessen. Was passiert denn, wenn du deinen Ex jeden Tag auf der Arbeit siehst? Oder wenn er sogar der Vater deiner Kinder wäre? Wenn ihr noch in einer gemeinsamen Wohnung wohnt oder andere Projekte zusammen aufgezogen habt? Hast du denn jemals eine Chance darauf, glücklich zu sein?«

»Naja, dann muss es wohl irgendwie einen anderen Weg geben.«

»Das stimmt. Das Problem ist nur, dass dein Gehirn jetzt gerade glaubt, dass du deinen Ex vergessen musst. Und du setzt damit einen echt unvorteilhaften Fokus. Du kennst bestimmt dieses Beispiel mit dem Elefanten. »Denk jetzt mal nicht an einen rosaroten Elefanten.« Oder noch besser: »Denk jetzt mal nicht an eine knallgelbe Quietscheente mit kotzgrünem Schleim beschmiert.« Und jetzt versuch mal, eine kleine gelbe Quietscheente mit kotzgrünem Schleim zu vergessen. Woran denkst du gerade?«

»An eine kleine gelbe Quietscheente mit ekelhafter Flüssigkeit auf den Kopf.«

»Exakt. und genau das versuchst du gerade mit deinem Gehirn. Du kannst nichts vergessen, indem du versuchst, es zu vergessen. Du musst dahinter schauen. Und das heißt in diesem Fall: Schaue hinter deinen Schmerz und schau dir deine Abhängigkeiten an, die du zu Jonathan noch hast. Du musst ihn nicht unter allen Umständen vergessen, schlag dir das aus dem Kopf. Das geht viel einfacher. Du kannst ihn gerne in deinem Kopf behalten und mit diesem Bild von ihm eine gute Zeit haben.«

»Okay das ist irgendwie seltsam aber auch irgendwie erleichternd.«

»so ist das auch mit diesen Gedankengängen. Komm wir schauen uns die nächste Lüge an.«

Lüge 2: Meinen Ex vergessen? Das schaff ich nicht!

»Wie oft denkst du am Tag an Jonathan? Schätz mal.«

»Na ja, vielleicht so fünf Mal?«

»Fünfmal, okay. das Ding ist Folgendes: Du denkst nicht wirklich an Jonathan. Du denkst an das Bild, was du dir von ihm zurechtgelegt hast . Und je länger deine Liebschaft mit ihm schon vorüber ist, desto verzerrter wird das Bild in deinem Kopf. Ich behaupte mal, das Bild – so wie du ihn jetzt siehst-  hat herzlich wenig noch mit dem Jonathan von damals etwas zu tun.«

»Das bezweifle ich, ich seh ihn ja sogar ab und zu noch.«

»Ja das tust du und dennoch projizierst du ein Bild auf ihn, was vor allem durch deinen Schmerz, deine Trauer, deine Wut und deine Eifersucht geprägt ist. Es ist eher so, als hättest du die rosarote Brille abgenommen und stattdessen jetzt eine Wut-rote oder eine Trauerbrille aufgesetzt. Und je länger du diese Brille trägst, desto mehr glaubst du, dass sie die Realität ist«

»Okay und was soll das jetzt konkret für mich heißen?«

»Matilda, das heißt einfach, dass gerade alles in deinem Kopf passiert und es überhaupt nichts mehr mit Jonathan zu tun hat. Du vergisst ihn bereits, so wie er damals war. Dafür sorgt dein Gehirn von ganz alleine. Alles, was du jetzt noch von ihm siehst, ist dein eigener projizierter Schmerz. Und das ist eine echt gute Nachricht. Denn das bedeutet, dass alles, was du zu ihm fühlst, in deiner eigenen Hand liegt. Du kannst einfach deine eigene Sicht ändern, um Dich ihm gegenüber wieder gut zu fühlen.«

»Und das heißt, es ist überhaupt nicht schwer, meinen Ex zu vergessen?«

»Nein es ist tatsächlich ziemlich einfachm wenn du weißt wie es geht. Es gibt Experimente, wo den Probanden bestimmte Bilder gezeigt worden sind, in denen sie sehr realitätsnah reingephotoshoppt worden sind. Die Probanden schauten sich die Bilder an und sollten danach aus ihren “Erinnerungen” erzählen. Fast alle waren am Schluss davon überzeugt, dass sie tatsächlich mal an diesem Ort waren und begannen sogar Details zu erfinden, die überhaupt nicht stattgefunden haben können und auch nicht auf dem Bild zu sehen waren.«

»Soll heißen: Dein Gehirn ist extrem machtvoll, Geschichten zu erfinden und dir selbst eine Lüge nach der anderen aufzutischen. Und genauso vergisst du bereits alte Geschichten über Jonathan und erfindest neue dazu.«

»Okay schön und gut. Wie erzähle ich mir jetzt eine bessere Geschichte? Und wie nehme ich diese komischen Filter Brillen wieder ab?«

»Indem du die dritte Lüge aushebelst.«

Lüge 3: Ich brauche meinen Ex, um glücklich zu sein.

»Woran hast du die erste Zeit gedacht, als ihr frisch auseinander ward? Was hättest du gebraucht, um direkt glücklich zu sein?«

»Jonathan .«

»Und denkst du es auch heute noch manchmal, dass du irgendie glücklicher wärst, wenn er nur wieder an deiner Seite wäre?«

»Naja irgendwie schon. Nicht immer. Aber schon öfters. Auch wenn ich einiges Negatives sehen kann«

»Diese Überzeugung. dass du deinen Ex brauchst schwingt immer mit. Ich habe das bei meiner eigenen Ex Freundin gehabt. Es war unfassbar traurig, als wir uns getrennt haben und ich habe geheult wie irre. Du weißt, ja ich habe so einen Fetisch mit Gedankenspielen. Ich habe mir den Gedanken “Ich brauche meine Ex” genauer angeschaut und einfach mal geschaut, ob er wirklich wahr oder ob das völliger Quatsch ist. Und als ich irgendwann zum Schluss gekommen bin, dass er wirklich Quatsch ist, war die Trauer plötzlich und zu einem großen Teil völlig weg. Trauer ist meiner Meinung einfach eine Emotion, die aufkommt, wenn wir etwas nicht mehr haben, was wir glauben, wirklich zu brauchen.«

»Und wie löse ich mich von dieser Überzeugung, dass ich meinen Ex brauche?«

»Indem du dir ab sofort jeden Tag jede Situation aufschreibst, in der Du glücklich warst. Du schreibst dir jeden Tag sofort etwas in deinem Notizbuch auf, wenn du Glück erlebt hast und es schön für dich war. Das machst du mindestens 30 Tage lang. Es gibt aber noch andere Methoden, mit denen das viel schneller geht. Die sind rabiat, aber sie funktionieren ziemlich gut.«

»Ich versuch das mal mit den schönen Dingen aufschreiben. Das hab ich früher schonmal gemacht. Und es hat mir sehr gut getan.«

Lüge 4: Mit ihm ist alles besser oder auch: Ohne ihn bin ich nichts

»Diese Lüge gleicht der letzten Lüge, doch sie ist mindestens genauso wichtig. Wenn wir unseren Ex Partner verlieren, denken wir fast ausschließlich an die Verluste, die wir jetzt haben und übersehen völlig die Gewinne, die wir jetzt als Single wieder genießen können. Fakt ist einfach: Es ist nicht alles besser mit ihm. Wenn du diesen Gedanken glaubst, wird dir dein Gehirn 1000 Beweise ausspucken, dass wirklich alles mit ihm besser ist. Es könnte aber auch beginnen zu glauben dass alles besser OHNE ihn ist. und dir DAFÜR 1000 Beweise suchen damit du immer stärker überzeugt davon bist. Wenn du das geschafft hast, wirst du diesen Gedanken niemals wieder glauben können.«

»Und das mache ich genauso wie die letzte Lüge auszuhebeln? Mit einem Notizbuch?«

»Genau. Erweitere einfach deine Liste der positiven Dinge damit, was alles mega geil ist ohne deinen Ex-Freund. Wie du viel besser zurechtkommst und was du jetzt alles machen kannst, was vorher nicht mit ihm möglich war.«

»Sehr cool, darauf freue ich mich schon.«

Lüge 5: Es gibt keinen besseren als ihn

»Es gibt noch eine richtig böse Lüge: Die Überzeugung dass er der einzige ist, der dich wirklich glücklich machen kann. Und der Allerbeste für dich war und dass es dort keine weitere Person gibt, die so gut zu ihr dir passt, wie er. Kennst du diesen Gedanken?«

»Den glaube ich ehrlich gesagt immer noch. Ich kann mir schwer vorstellen, dass ich nochmal jemanden finden werde, mit dem ich so viel Spaß und intime Momente teilen kann, wie mit Jonathan .«

»Das hat wahrscheinlich jeder und doch ist das echt pervers eingetrichtert. Wir haben wohl alle ein paar Hollywood-Filme zu viel geschaut. Uns wird immer wieder gezeigt, wie es nur die einzige wahre Liebe geben kann, die wir einmal finden. Mit der wir dann immer zusammen bleiben werden. Vielleicht ist aber genau andersrum. Vielleicht gibt es ganz viele verschiedene Lieben in unserem Leben, denen wir uns allen öffnen können und die alle zu einer bestimmten Zeit perfekt zu uns passen. Vielleicht gab es zu einer bestimmten Zeit nur eine Person, die uns  glücklich machen konnte. Doch spätestens, wenn sie weg ist, öffnet sich eine neue Tür zu einer neuen Person.«

»Das wäre wirklich schön. Doch ich merke wie ich echt an Jonathan klammere. Ich habe so viele wunderschöne Erinnerungen mit ihm. Wie werde ich die los?«

»Behalte Jonathan so in Erinnerung, wie er damals war. Nicht besser und nicht schlechter. Wenn du ihn wieder auf den Thron hebst, kannst du ja einfach mal aus Spaß eine kleine Negativliste machen. Einfach alles aufschreiben, was du so richtig scheiße an ihm findest. Viel besser hilft es aber, wieder voll zu dir zu finden. Und dich anderen Menschen öffnen zu lernen. Wenn du das nächste Mal einem schönen Mann begegnest, der dich interessieren könnte, versuche ihn neugierig und mit einem offenem Herzen kennenzulernen. Frage dich: Was gibt es Tolles an diesem Mann? Was könnte spannend an ihm sein? Was könnte mich wirklich interessieren? Was ist attraktiv und bewundernswert an ihm? ‘

Das wirst du nicht innerhalb eines Tages lernen. Doch wenn du kontinuierlich diesen Blick schulst wirst du nicht nur irgendwann einen interessanten Mann kennenlernen. Du wirst irgendwann in jedem Menschen etwas Gutes sehen, das dich begeistert und das in dir das Gefühl auslöst, niemals allein auf dieser Welt zu sein. Und von lauter interessanten Menschen beinahe schon umzingelt zu sein.«

»Das hört sich verdammt gut an.«

»Das ist auch verdammt gut und nicht gelogen oder übertrieben. Wir leben in einem reichen Überfluss am menschlichen Potenzial, das wir ständig übersehen. Es gibt tausende, zehntausende, sogar hunderttausende passende Männer für dich, die deine Liebhaber, Lebenspartner oder sogar Seelenverwandte sein können. Und du bist jetzt auf dem Weg, sie alle für dich zu entdecken.«

»Das hört sich so gut an, dass ich das gleich mal ausprobieren werde.«

»Alles klar Matilda. und denk dran: Wenn du noch tiefer und schneller einsteigen willst und du wirklich innerlich frei werden willst, dann weißt du ja, wo du mich findest. Es gibt noch Wege wie du noch schneller noch glücklicher und noch freier werden kannst.

Aber probier erstmal die Tipps aus diesem Artikel aus. Und wenn du damit durch bist, komm gerne nochmal auf mich zu ;-)«

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